Fortbildung zum Thema Traumapädagogik

„Das kleine Bauchweh“

Am Freitag, den 09.09.2022 von 9:00 bis 16:00 Uhr fand in der Kindertagesstätte am Mühlberg eine Mitarbeiterinnenfortbildung zum traumapädagogischen Umgang mit Kindern statt. Das gesamte Team am Mühlberg und vier Mitarbeiterinnen der Walter-Hümmer-Kita nahmen teil. Die Traumapädagogin und Mitarbeiterin der Stiftung Wings of Hope, Regina Miehling, führte durch das sehr informative und praxisnahe Seminar.

Der Ablauf war in vier Teile unterteilt:

  1. Was ist ein Trauma?
  2. Was geschieht bei einem Trauma in unserem Körper?
  3. Welche Symptome können Kinder nach einem Trauma zeigen?
  4. Wie können wir Kindern, die Traumata erfahren haben, helfen?

Trauma bedeutet „Wunde“. Es sind psychische Wunden, die ausgelöst werden durch

  • existenziell-lebensbedrohliche Ereignisse, die objektiv tatsächlich so sind oder subjektiv persönlich so empfunden werden
  • denen man ausweglos, hilflos oder ohnmächtig ausgeliefert ist.

Solche Ereignisse überfordern die normalen Bewältigungsstrategien, deshalb werden Überlebensreaktionen (Bindung, Flucht, Kampf, Erstarrung) aktiviert. Traumatische Ereignisse können Unfälle, Verletzungen, Freiheitsverlust, aber auch intensive Demütigung, Tod eines Elternteils, gewalttätige Angriffe, Krieg, Flucht oder Vernachlässigung sein.

Bei traumatischen Erfahrungen steht der Körper unter Stress und Angst. Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Stress schädigt auf Dauer das Gehirn, was eine konstruktive Entwicklung und das Lernen erschwert.

Traumatas erschüttern

  • das Selbstbild des Kindes: „Ich bin hilflos schwach und schlecht.“
  • die Beziehungen zu anderen: „Ich kann niemandem trauen“.
  • das Weltbild: „Die Welt ist unsicher und gefährlich“.

Symptome sind:

  • Vermeidung von Situationen, Ausstieg aus der Realität, Kontrollbedürfnis
  • Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen
  • Angst, Albträume, Flashbacks
  • emotionale Taubheit, Schuldgefühle bis zu Depressionen
  • körperliche Symptome mit unklarer Ursache wie Bauchweh, Kopfschmerz, Durchfall, Einnässen, Herzrasen ...

Kinder mit traumatischen Erfahrungen haben durch die Gefühle von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefertsein einen Sicherheits- und Kontrollverlust erlebt.

Deshalb brauchen sie soviel wie möglich

  1. Bindung und Beziehung, z.B. stabile Bezugspersonen, unterstützende Gemeinschaft
  2. Sicherheit und Schutz, z.B. Anerkennung der schmerzhaften Erfahrungen, „es ist normal, wie du reagierst“.
  3. Struktur und Überschaubarkeit, z.B. Regeln, Rituale
  4. Positive Erlebnisse: Die Belastungen kann ich nicht wegnehmen, aber versuchen sie auszugleichen, z.B. Freude schenken, Zufriedenheit auslösen, Selbstwirksamkeit vermitteln

Konkret bedeutet das

  1. Reorientierung vom gefährlichen „Damals” ins sichere “Hier und Jetzt”
  2. Hilfe beim Wiederentdecken eigener Stärken, Lob
  3. Erfolgserlebnisse
  4. Hilfe beim Lernen und Erübern, wie innere Aufregung und Stress reguliert werden kann
  5. Angenehme körperliche Aktivitäten
  6. Hoffnung, dass es besser werden kann

Wir danken Frau Miehling für die kurzweilige Fortbildung und der Evangelischen Kirche in Selbitz für die Finanzierung.

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag
06:30 bis 16:30 Uhr
Freitag
06:30 bis 13:00 Uhr
Weihnachten
Vom 24.12. bis 06.01. haben wir geschlossen.
Pfingsten
Vom 30.05. bis 02.06. haben wir geschlossen.
Sommerferien
Vom 31.07. bis 21.08. haben wir geschlossen.
Weihnachten
Vom 24.12. bis 06.01. haben wir geschlossen.